Ev. Kirchengemeinde Spiesheim
Spiesheim besaß zur Zeit der Einführung der Reformation eine dem hl.
Stephanus geweihte Pfarrkirche. Sie diente der reformierten Gemeinde als
Gotteshaus bis in das Jahr 1706. In diesem Jahr verlor die Gemeinde ihre Kirche
als Folge der Pfälzer Kirchenteilung und kaufte eine Scheune "Auf dem
Liding", die als gottesdienstliche Stätte eingerichtet wurde.
Die ersten Pläne zum Neubau einer Kirche datierten aus dem Jahre 1788 und im
Jahr 1789 wurde mit dem Bau der Fundamente begonnen. Geldmangel, Besatzung durch
die Franzosen, zwei Kriege und schließlich die Eingliederung Rheinhessens in
das Großherzogtum Hessen-Darmstadt, sind einige der Gründe, die eine
Weiterführung des Baus über fünf Jahrzehnte verhinderte. Im Frühjahr 1844
wurde unter der Leitung des Kreisbaumeisters Rhumbler von Alzey mit dem
Weiterbau begonnen. Am 04.01.1846 wurde die Kirche durch den Rheinhessischen
Superintendenten Nonweiler eingeweiht.
Die wertvolle Stummorgel aus der alten Kirche erhielt ihren Standort auf der
Empore über dem Altar und der Kanzel. Die alte Glocke der Gemeinde wurde aus
dem Turm der kath. Gemeinde abgenommen und fand ihren Platz im Dachreiter der
neuen Kirche. Zu ihr gesellte sich eine vom Gustav-Adolf-Verein gestiftete,
größere Glocke.
Ihr heutiges Aussehen erhielt die Kirche bei der großen Innenrenovierung in
den Jahren 1964-1967. Die Verwitterung an den Sandsteinwänden machten 1988/89
umfangreiche Restaurierungsarbeiten im Außenbereich notwendig.
Pfarramtliche Betreuung:
Nach dem 30-jährigen Krieg wurde die Gemeinde von der Pfarrei Armsheim betreut.
Im Jahre 1824 wurden die Glieder der neu gebildeten ev. Kirchengemeinde
Spiesheim, Angehörige der ev. Pfarrei Ensheim. Seit dem 01.01.1999 werden die
ca. 460 Gemeindeglieder von der Pfarrei Bechtolsheim betreut, mit der seit
diesem Zeitpunkt, zusammen mit Ensheim und Biebelnheim, eine pfarramtliche
Verbindung besteht.